Kraftbaum Linde Mai

Kraftbaum LindeDer Kraftbaum Linde galt bei den Germanen als heiliger Baum. Ob die Linde von ihnen aber tatsächlich der Göttin Freya zugeschrieben haben, ist nicht eindeutig belegt.

Bild: Naturdenkmal „1000-jährige Linde“ in Reelkirchen, einem Ortsteil von Blomberg im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen.

Historische Bedeutung

In vielen mitteleuropäischen Orten gab und gibt es die sogenannte „Dorflinde“. Sie stand im Zentrum des Ortes und bildete den Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch. Auch Brautschauen und – meist Anfang Mai – Tanzfeste wurden dort abgehalten. Daher stammt die Bezeichnung „Tanzlinde“. Auf die Tradition der germanischen Gerichtsversammlung, das Thing, geht das Dorfgericht unter der Linde zurück. Daher stammen die Bezeichnungen „Gerichtsbaum“ und „Gerichtslinde“.

Überliefert ist auch die Bezeichnung „Friedenslinde“. Nach Kriegen oder auch Pestepidemien gab es den Brauch, sogenannte Friedenslinden zu pflanzen. Die meisten erhaltenen Exemplare erinnern an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71.

Der Kraftbaum Linde in der Heilung

Lindenblütentee ist sehr wirksam bei der Behandlung von Erkältungen. Die Sommerlinde blüht bereits Anfang Juni, die Winterlinde ein paar Wochen später. Die Blüten werden am besten an einem sonnigen Tag gesammelt, wenn der Tau bereits getrocknet, die Sonne aber noch nicht zu stark ist. Am besten trocknen die Blüten im Freien im Schatten. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da sie die Wirkstoffe zerstören würde. Die getrockneten Blüten können zum Beispiel in Schraubgläsern oder Teetüten gelagert werden. Sie sind bei trockener Lagerung gut ein Jahr lang haltbar.

Für eine Tasse heißen Lindentees werden bis zu zwei Teelöffel frische Lindenblüten oder ein Teelöffel getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergossen. Der Tee muss circa zehn Minuten ziehen. Die Blüten können dann abgeseiht, oder auch mitgetrunken werden.

Lindenblüten werden auch von Imkern sehr geschätzt, da die Bienen aus ihrem Nektar einen hochwertigen Honig produzieren.

Der Kraftbaum Linde in der Mythologie

Schon die Germanen hatten die Wesensgleichheit von Mensch und Baum erkannt. Die Linde galt ihnen als Manifestation von Wahrheit, Gerechtigkeit, Klarheit, Entschlossenheit, Mitgefühl und göttlichem Wissen. Diese Eigenschaften machten sie zum perfekten Gerichtsbaum. Man traf sich „unter den Linden“, um Nachrichten aus der Anderswelt zu empfangen.

Die Linde konnte jedoch auch Verhängnis bedeuten. Aus der Siegfried-Sage ist bekannt, dass er den Drachen Fafnir unter einer Linde tötete. Bei seinem Bad im Drachenblut fiel jedoch ein Lindenblatt zwischen seine Schulterblätter. Damit wurde seine vollständige Unverwundbarkeit verhindert. Später wurde Siegfried von Hagen getötet, indem ihm dieser einen Speer durch eben diese ungeschützte Stelle in sein Herz stieß – unter einer Linde.

Der Kraftbaum Linde im Mai 2022

Die Linde ist der wichtigste der drei so genannten „Våträd“, den Schutzbäumen für Haus und Hof. Wer „seiner“ Linde im Mai diesen Jahres ein besonderes Opfer darbringt, kann sich auf das Wohlwollen dieses mächtigen Kraftbaumes stützen.
 
 


 
 
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Bild Kraftbaum Linde | Naturdenkmal „1000-jährige Linde“ in Reelkirchen, einem Ortsteil von Blomberg im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen (Ausschnitt). © Grugerio (Wikipedia) Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert. (CC BY-SA 3.0)
 
 

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