Mord verträgt kein Jenseits von Maria Zaffarana

Mord verträgt kein Jenseits„Mord verträgt kein Jenseits“ ist der Titel des neuen Romans von Maria Zaffarana.

Klappentext

Blutüberstömt wacht Charlie Nacht für Nacht auf. Tagsüber geschehen um sie herum unerklärliche Dinge, die sie an ihrem Verstand zweifeln lassen. Angst macht ihr vor allem ihr Spiegelbild im Bad.

Verzweifelt sucht sie nach einer Erklärung. Ausgerechnet die junge behinderte Sofia hilft ihr dabei. Von Anfang an fühlt sich Charlie auf ungewohnte Weise von der rätselhaften, düsteren Frau angezogen. Damit verstrickt sie sich jedoch in ein Netz aus finsteren Vorahnungen. Sie führen Charlie zu einer grausamen Wahrheit und nehmen ihr schließlich den letzten Halt.

Mein Klacks Senf dazu

Auf Seite 23 hatte ich eine ganz böse Vorahnung: Die verstorbene Mutter der Protagonistin meldet sich aus dem Jenseits. Und gleich darauf: Nein, bitte nicht so eine banale Geschichte, die es schon hundertmal gibt. Was zur Hölle habe ich mir in dem Moment nur gedacht? Ich weiß doch längst, dass Maria nicht mit solch langweiligem Müll daherkommt. Aber das ist so ein Spleen von mir, das Ende einer Geschichte nach spätestens fünfzig Seiten vorhersagen zu wollen. Hat diesmal nicht geklappt, Maria ist doch immer für eine Überraschung gut! Ich liebe es, überrascht zu werden!

Charlie, die Heldin dieser Geschichte, ist alles andere als heldenhaft. Sie säuft, kommt nie pünktlich – nicht einmal zur Arbeit – und lebt in einer Beziehung, die sie eigentlich längst schon beenden wollte. Sie scheut jede Konfrontation und verachtet sich selbst dafür. Manches würde sie gerne ändern, aber … ach was solls, irgendwann ist sicher noch Zeit und Gelegenheit dazu. So tut es statt der Waschmaschine auch mal ein Duftspray und der Abwasch in der Spüle … he, auch Schimmelpilze haben eine Daseinsberechtigung!

Die Geschichte hat keine Längen, sie entwickelt sich zügig und bleibt permanent interessant und spannend. Charlie selbst kommentiert die Ereignisse und Umstände einerseits ganz pragmatisch, andererseits spürt man die zunehmende Verunsicherung und Angst. Aber wer wacht auch schon Nacht für Nacht in einer Blutlache auf, hat ein Spiegelbild mit Eigenleben und findet immer wieder den selben Gegenstand, ohne davon verunsichert zu werden? Und als gefestigte Persönlichkeit kann man die Protagonistin nun wirklich nicht bezeichnen. Bindungsunfähigkeit, Traumata, Alkohol … „schwer gestört“ trifft es wohl eher.

Fazit

Ich würde es schon als einen Psycho-Mystery-Triller bezeichnen. Die Nebenhandlungen sind sehr authentisch und zeichnen das Bild einer sympathischen Antiheldin. Es gibt keine großen Schockeffekte, keine Effekthascherei, keine verworrenen Handlungsstränge. Das Grauen kommt leise und du bemerkst es erst, wenn es dir schon im Nacken sitzt. Die Handlung ist gradlinig, jeder Absatz baut auf den vorhergehenden auf und das Finale war für mich eine angenehme Überraschung.
Man muss dieses Buch nicht gelesen haben. Man sollte aber!
 
 

 
 


 
 
Bild: Cover von „Mord verträgt kein Jenseits“ | © Maria Zaffarana
 
 
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Eine Antwort

  1. Mai 12, 2022

    […] resümiert Rewa Kasor in seiner Rezension auf seiner Literaturseite. […]

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