Selfpublishing

SelfpublishingSelfpublishing bedeutet, in Eigenregie zu verlegen, also unabhängig von einem Verlag. Das ist sowohl für Printausgaben, als auch für eBooks möglich. Dabei entscheidet der Autor selbst über Layout und Grafik. Allerdings muss er sich auch selbst um das Marketing kümmern. Veröffentlicht werden die Manuskripte zumeist über Self-Publishing-Portale.

Was man als Vor- oder Nachteil ansieht, ist individuell sehr verschieden. Der Aufwand beim Selfpublishing ist deutlich höher. Andererseits kann es aber auch sehr befriedigend sein, das eigene Buch komplett selbst zu gestalten.

Vor- und Nachteile beim Selfpublishing

Der Zeitfaktor: Ist dein Buch fertig, so kann es innerhalb einer Woche im Handel sein. Die Suche nach einem Verlag kann sich dagegen recht aufwändig und langwierig gestalten. Auch sind Verlage meist für längere Zeit ausgebucht. Selbst wenn dein Buch angenommen wird, kann es länger als ein Jahr dauern, bis es verlegt wird.

Lektorat und Korrektorat: Ohne geht es nicht! Ein seriöser Verlag übernimmt die Kosten für Lektorat und Korrektorat. Aber auch dabei kann man ordentlich auf die Nase fallen! Beim Selfpublishing muss sich der Autor selbst darum kümmern und auch die Kosten selbst tragen.

Layout und Design: Ein Verlag behält sich zumeist vor, darüber zu entscheiden. Ein Selfpublisher entscheidet nach eigenen Wünschen und Vorstellungen darüber, hat aber auch die Arbeit und eventuelle Mehrkosten.

Gewinn: Sofern du nicht einen Bestseller nach dem anderen schreibst, ist die Gewinnspanne beim Selfpublishing deutlich höher. Verlage zahlen in der Regel 4 bis 8 % pro verkauftem Buch. Bei der Veröffentlichung über Self-Publishing-Portale kannst du bis zu 80 % pro verkauftem Exemplar verdienen.

Marketing: Es reicht nicht, ein Buch zu veröffentlichen und auf viele Käufer zu warten. Ohne eine gute Marketing-Strategie wird kaum jemand dein Buch finden, geschweige denn kaufen. Große Verlage kümmern sich professionell darum. Kleine Verlage kämpfen selbst darum, gesehen zu werden. Für einen noch unbekannten Selfpublisher bedeutet es einen großen Aufwand, seine Bücher an den Leser zu bringen.

Abschreckendes Beispiel zu den Machenschaften eines Verlages

Für eine Anthologie bei einem kleinen Verlag habe ich das Setting zur Verfügung gestellt und eine Kurzgeschichte eingereicht. Als ich die Fassung der Lektorin las, wollte ich es fast nicht glauben! Hier ein Beispiel:
Original: Er deutete auf eine Frau zu seiner Linken. „Dein Bruder kann dabei sein, ebenso wie deine Neffen. Und dein Bruder, Garmur, ist ganz sicher dabei“, richtete er das Wort an einen jungen Mann.
Lektorat: Er deutete auf eine Frau zu seiner Linken. „Dein Bruder Garmur kann dabei sein, ebenso wie deine Neffen.“, richtete er das Wort an einen jungen Mann.

Einunddreißig derartige „Verbesserungen“ in einem Text von knapp über 14k Wörtern. Später erfuhr ich dann, dass das Lektorat von einer Freundin der Verlagsleiterin gemacht wurde. Der Zwang zur Kosteneinsparung und grenzenlose Selbstüberschätzung führten zu einem katastrophalen Ergebnis. Ich habe meine Kurzgeschichte daraufhin zurückgezogen.

Da ich auch als Herausgeber fungieren sollte, gab es dadurch ein Problem mit dem Setting. Der Verlag wollte sich das Setting „inkl. Folge-/Vorab-/Nebenbände, gleich ob verfasst, geplant oder zukünftig verfasst“ sichern. Es wurde vom Verlag als ein „Setting, das neben der Edda zu existieren vermag“ beschrieben. Ich war zwar bereit, das Setting unentgeltlich für diese Anthologie zur Verfügung zu stellen, aber die Verlagsleiterin wurde dann bockig. Sie warf mich aus der Facebook-Gruppe und log den anderen Autoren vor, dass es nicht so wäre. Daraufhin mussten dreizehn Autoren ihre Geschichten unter Zeitdruck umschreiben.

Jetzt kommt die Überraschung: Der Verlag heißt nicht „Kindergarten-Verlag“!

Was eher keine Überraschung sein sollte: Ich reiche nichts mehr bei Verlagen ein. Meine Bücher sind vielleicht nicht so professionell gestaltet, wie die eines Verlages. Aber sie verkaufen sich gut und ich erspare mir den Ärger mit solchen Möchtegern-Verlegern.
 
 


 
 
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Bild „Selfpublishing“ © Shutterstock